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Reitz Ventilatoren will wachsen
Die Geschäftsleitung aus Elmar Gierse, Ulrich Breder und Franz-Josef Pollmann formulierte die Umsatzziele: 27 Millionen Euro wurden in 2003 umgesetzt, 54,7 Millionen Euro sollen es dieses Jahr sein, und 2015 will Reitz 87,19 Millionen Euro Umsatz machen. Knapp 400 Mitarbeiter gibt es zurzeit in Albaxen, 170 arbeiten in Reitz-Tochterunternehmen. Die Firma ist europaweit führend, was große Ventilatoren und Zubehör für Stahl-, Chemie- oder Kraftwerke angeht. »Wir werden verstärkt weltweit als erste Adresse auch für große Ventilatoren wahrgenommen«, berichtet Ulrich Breder und verweist auf ein 13-Millionen-Euro-Projekt für eine Gasverflüssigungsanlage in Abu Dhabi, wo Reitz zu den letzten drei Bewerbern um den Auftrag gehört. »Unsere Firma kann so etwas heute stemmen.«
Elmar Gierse bricht eine Lanze für den Standort Albaxen. Hier werde weiter ausgebaut, und die weltweiten Aktivitäten, wie den Neubau des Reitz-Werkes in Indien in 2008, bedeuteten keine Schwächung des Standortes bei Höxter. Reitz plant auch eine Kooperation mit der Fachhochschule Lemgo. Ausbildung bei Reitz und Studium in Lemgo, so will das Unternehmen qualifizierten Nachwuchs binden. Gierse bezeichnete die Mitarbeiterschaft (Durchschnittsalter 42 Jahre) als sehr loyal. Zwölf Azubis seien eingestellt worden.
Franz-Josef Pollmann sieht im Indien- und Asiengeschäft eine Riesenchance. Das neue Werk in Hyderabad werde ab Herbst 2008 arbeiten. »Unser Partner Reitz India hat einen 1,5 Millionen Euro Auftrag ergattert, neun Großventilatoren für die Zementindustrie wurden bestellt«, freut er sich. Gebaut wird in Albaxen dafür das größte Laufrad, das Reitz je hergestellt hat: es habe einen Durchmesser von 3,5 Metern, das Gehäuse sei acht Meter hoch. Verschifft werde der Riese schon bald nach Indien.
Fest eingeplant ist auch ein Zwei-Millionen-Euro-Großauftrag für Radialventilatoren im Kraftwerk Salzgitter (Reitz setzt auf die Kraftwerksbranche). Vattenfall baut bei Cottbus eine Pilotanlage für das erste kohlendioxidfreie Kraftwerk Deutschlands, »und Reitz liefert dafür die Ventilatoren«, so die Geschäftsleitung.
Elmar Gierse und Ulrich Breder ist Qualitätssicherung wichtig, weil ein Mehr an Produktion keine verringerte Qualität der Produkte bedeuten dürfe.
Zur Reitz Holding gehören auch die Werra Ventilatoren Hess. Lichtenau, Stäfa Wirz Bern, Reitz India, Reitz France und ein Büro in Dubai.
Bedauert wird von der Geschäftsführung die schlechte verkehrliche Anbindung der Weserbergland-Region. Dies hatte Breder vor wenigen Monaten auch bei einer Podiumsdiskussion in Beverungen kritisiert.


